Leipziger Bewegungskunstpreis 2017

Beim fünften Bewegungskunst-Festival in Leipzig stand in den vergangenen Tagen die vielseitige und bewegte Leipziger Off-Theaterszene im Rampenlicht. Höhepunkt des Festivals war die Verleihung des Leipziger Bewegungskunstpreises 2017. Die 5.000 Euro Preisgeld erhielt die australischstämmige Choreografin Melanie Lane für ihre Tanzperformance „Wonderwomen“ in der sie mit ungewöhnlicher Grazilität und Eleganz die professionellen Bodybuilderinnen Rosie Harte und Natalie Schmidt spannungsreich und vielschichtig in Szene setzte.

„Mit ihrer Performance „Wonderwomen“ gelingt es Melanie Lane auf wunderbare und kunstfertige Weise unzählige Fragen und Assoziationen in die Köpfe ihres Publikums zu pflanzen. Sie und ihre Spielerinnen Rosie Harte und Nathalie Schmidt bringen mit großer Lust und durch präzise Spielweise Unordnung in das von ihnen ausgebreitete Feld von Körper- und Geschlechterbildern. Und das große Verdienst der damit einhergehenden Verunsicherung liegt darin, dass sie das Schweigen vermeintlicher Gewissheiten bricht. Denn wir haben es heute nötiger denn je, die Bilder und Vorstellungen, die wir mit uns herumtragen und mit denen wir uns und andere messen und bewerten, infrage zu stellen und immer neu zu diskutieren. „Wonderwomen“ ist eine hervorragende Gelegenheit, um in diesen Diskurs einzusteigen.“ So die Jury in ihrer Laudatio zur Preisübergabe, vorgetragen von Diana Wesser.
 
Weitere Anwärter für den Preis waren „Am Brühl – Ein Abriss“ von Sascha Schmidt und „Candide oder Die letzte aller möglichen Welten“ der Compania Sincara. Die drei Nominierten für den Bewegungskunstpreis 2017 wurden von der fünfköpfigen Jury, bestehend aus den Leipziger Kulturexpert*innen Maria Koch, Diana Wesser, Lars Krüger, Steffen Georgi und Tobias Prüwer aus insgesamt 27 Einreichungen der Saison 2016/2017 ausgewählt und erhielten die Möglichkeit im Rahmen des Bewegungskunst-Festivals (31.01.-03.02.2018) ihr Stück erneut in voller Länge zu präsentieren.

www.bewegungskunstpreis.de