SILENT MOVIES, Stumme Illusionen 

Tanzabend von Carlos Matos

Miit dem tragikomischen Tanzabend «Silent Movies» begibt sich Carlos Matos zurück in die Jahre des beginnenden 20. Jahrhunderts, in die aufregende Zeit des Stummfilms, dessen besonderer Ästhetik er sich mit seiner ebenfalls nonverbalen Kunst des Tanzes nähert. Denn was macht den besonderen Reiz des Stummfilms aus?

Carlos Matos interessieren der Rhythmus, der sich ergibt aus der Folge kurzer Szenen im Wechsel mit erklärenden Texten, filmische Tricktechniken und vor allem auch die Kunst der großen melodramatischen Geste, das körperbetonte Spiel der Darsteller, zu denen Asta Nielsen als einer der ersten weiblichen Filmstars ebenso gehörte wie Charly Chaplin oder Buster Keaton mit ihren Slapstick-Komödien: Darstellerisch scheint uns in der damaligen Zeit vieles übertrieben und daher komisch. Doch in den Abend von Carlos Matos spielen auch die ersten Krisen der jungen Gattung Film hinein, die sich nicht selten in persönlichen Tragödien ihrer Protagonisten spiegeln: Künstler mit Anspruch sehen sich von den Interessen der Film- bzw. Unterhaltungsindustrie überrollt, und spätestens mit der Einführung des Tonfilms wird es für viele Stummfilmstars problematisch, ihre Film-Karriere fortzusetzen. Nicht allen gelingt es, auf die Bühne zurückzukehren wie Asta Nielsen. Buster Keaton zum Beispiel ertränkte seine berufliche Unzufriedenheit im Alkohol ...
Der Tanzabend entführt in ein Panoptikum der Sinne einer glanzvollen Ära.

 Choreografie: Carlos Matos

 Es tanzt die Tanzcompagnie der Landesbühnen Sachsen

Uraufführung-Premiere am Freitag, 29. April 2016, 20.00 Uhr auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen

Im Rahmen der 25. Tanzwoche Dresden