Zwei Jahre später folgte seine Ernennung zum ersten „Ständigen Choreografen“ des Stuttgarter Balletts nach Crankos Tod. Neben seinen Ballettarbeiten sammelte Scholz Erfahrungen als Regieassistent, Opernchoreograf (z.B. mit Lovro von Matacic; mit Hans Neuenfels, „Aida“ in Frankfurt a. M.), Opernregisseur (z. B. Testimonium Festival in Israel, „Die Zauberflöte“ in Nürnberg), Schauspielassistent (Heyme) und mit Arbeiten für das Fernsehen. Sechsundzwanzigjährig wurde Uwe Scholz Ballettdirektor und Chefchoreograf des Zürcher Opernhauses und leitete das Zürcher Ballett sechs Jahre bis 1991. In seiner langjährigen Karriere als Choreograf schuf er ein umfangreiches Repertoire. Die musikalische Bandbreite reicht von der Renaissance-Musik über Mozart, Wagner und Strawinsky bis zur Zusammenarbeit mit Tonschöpfern der Gegenwart, wie z.B. Udo Zimmermann oder Pierre Boulez. Als weltweit gefragter Choreograf schuf Scholz u.a. Ballette für die Staatsoper Wien, die Mailänder Scala, immer wieder für das Stuttgarter Ballett, für Les Ballets de Monte Carlo sowie für Jirˇí Kyliáns Nederlands Dans Theater, für Jerusalem, Stockholm und Toronto. Auf vielen internationalen Bühnen konnte sich die choreografische Handschrift von Scholz einen Namen machen (u.a. New York, Paris, Moskau, Rio de Janeiro, Madrid, Florenz,Tokio, Berlin, München).

Ausgezeichnet wurde Uwe Scholz 1987 mit dem Preis „Ommagio Alla Danza“ der Organisation „Espressione Europa“ in Venedig, 1996 mit dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik
Deutschland, mit dem Theaterpreis der Bayerischen Staatsregierung für die Sparte Tanz für seine Choreografie „Die Große Messe“ (UA 1998 mit dem Leipziger Ballett) sowie 1999 in Essen mit
dem Deutschen Tanzpreis.


Ab 1991 war Uwe Scholz Ballettdirektor und Chefchoreograf an der Oper Leipzig. Hier übernahm er ein Ballettensemble, das zu den größten Deutschlands gehört und das seit 1992 international unter dem Namen „Leipziger Ballett“ bekannt ist. In seiner Leipziger Zeit schuf er Choreografien von internationalem Rang wie Haydns „Schöpfung“, Mozarts „Große Messe“, „Pax Questuosa“ von Udo Zimmermann, Berlioz' „Symphonie Fantastique“, „Rot und Schwarz“ nach Stendhal, Interpretationen von Bach-Werken und von Symphonien Bruckners, Beethovens, Schumanns und Prokofjews. Uwe Scholz war Gründungsmitglied der „Freien Akademie der Künste zu Leipzig“. 1993 wurde er zum Professor für Choreographie an die Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig berufen.

Am 21. November 2004 verstarb Uwe Scholz nach schwerer Krankheit im Alter von 45 Jahren.

An der Oper Leipzig 2010/11: Wiederaufnahme der „Großen Messe“ (Mozart).

Quelle:
Pressestelle Oper Leipzig
Dr. Christine Villinger (April 2010)